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Kultur & Tourismus


Der Künstlerort Dachau

Inmitten der malerischen Dachauer Altstadt gegenüber dem Rathaus liegt die Dachauer Gemäldegalerie.

Sie dokumentiert eine Richtung in der Kunst des 19. Jahrhunderts, die der Entwicklung der Kunst in Deutschland wichtige Impulse gegeben hat.

Begünstigt durch seine Lage vor den Toren Münchens, wurde Dachau und die umgebende Mooslandschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum beliebten Treffpunkt der Landschaftsmaler. Angeregt durch die französischen Plenairmaler zogen sie hinaus, um die stimmungsvolle Landschaft mit ihren wechselnden Lichtverhältnissen vor dem Motiv in der Natur selbst festzuhalten.

Zunächst begeisterte sie das stimmungsvolle Moos mit seinen wechselnden Lichtverhältnissen. Später fanden die Maler auch an der malerischen Stadtansicht, am dörflichen Leben und an den Menschen in ihren Trachten Gefallen.

Neben rein künstlerischen Beweggründen, die die Landschaftsmaler zur Abwendung vom Münchner Kunstleben geführt hatten, haben manchen sicherlich auch wirtschaftliche Überlegungen nach Dachau geführt. Hier war das Leben im Vergleich zu München billig, die Mieten für Ateliers erschwinglich – Dachau wurde Künstlerort.

Die Künstler versuchten hier die Landschaft so naturgetreu wie möglich zu erfassen, was am besten unmittelbar vor dem darzustellenden Objekt, in der Landschaft selbst gelang. Die gewachsene Natur wurde nun zum Kunstwerk.

Entdeckt wurde das Dachauer Moos in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Johann Georg von Dillis, der von 1808-1814 an der Münchener Akademie Landschaftsmalerei lehrte. Er besuchte es mit seinen Schülern, denen er empfahl, nach der Natur zu arbeiten.

Mitte des 19. Jahrhunderts kamen vermehrt Künstler wie Eduard Schleich d.Ä., Carl Spitzweg und Christian Morgenstern nach Dachau.

Sie waren nachhaltig von den Künstlern Barbizons beeinflusst, die sie gemeinsam 1851 besucht hatten. Prägend für die zweite Jahrhunderthälfte wurden die Mallehrer Adolf Lier und Wilhelm von Diez.

Zu ihrer großen Schülerschaft zählten Fritz Baer, Josua von Gietl, Richard von Poschinger, Joseph Wenglein und Ludwig Willroider, bzw. Hans am Ende, Ludwig Herterich, Fritz Mackensen, Max Slevogt und Wilhelm Trübner.

Um 1900 wurde Dachau durch Ludwig Dill, Adolf Hölzel und Arthur Langhammer zur Künstlerkolonie und damit zu einem Kunstzentrum, von dem aus eine eigenständige Kunstrichtung ihren Ausgang nahm.

In der Zeit von 1893 bis 1905 trafen sich die Künstler in Dachau, um gemeinsam neue künstlerische Wege und Ausdrucksformen zu erkunden.

1898 stellten sie als „Die Dachauer“ ihre Arbeiten gemeinsam mit Fritz von Uhde und Hugo König in Berlin aus und erzielten hierbei den Durchbruch. 1914, mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, verlor Dachau wie viele andere Künstlerorte an Bedeutung.

Neue, Aufsehen erregende Tendenzen in der Malerei artikulierten sich nun in den Großstädten, und nur ein kleiner Teil der Künstlerschaft verblieb in Dachau.

Trotzdem finden wir neben der von einigen immer noch traditionell weitergeführten Freilichtmalerei in Dachau auch avantgardistische Strömungen, die sich mit Namen wie Richard Huber, August Kallert, Adolf Schinnerer und Paula Wimmer verbinden – Künstler, die sich am überregionalen Kunstgeschehen orientierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich eine Kunstszene in Dachau, die den Anschluss an das internationale Kunstgeschehen suchte. Namen wie Oskar Coester, später Heinz Braun und Fred Arnus Zigldrum belegen diese bis in unsere Tage reichende Entwicklung.

 

 

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