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Kultur & Tourismus


KZ-Gedenkstätte Dachau

Am 20. März 1933 gab der Reichsführer-SS und kommissarische Polizeipräsident von München, Heinrich Himmler, die Errichtung des ersten Konzentrationslagers in Bayern bekannt. 

Das Lager entstand in der ehemaligen “Königlichen Pulver- und Munitionsfabrik Dachau“, die im Ersten Weltkrieg unweit des Marktes Dachau erbaut worden war.

 
Die ersten Häftlinge, die am 22. März 1933 im Konzentrationslager Dachau eintrafen, waren politische Gefangene, vor allem Anhänger der kommunistischen oder wenig später auch der sozialdemokratischen Partei.

Der zweite Dachauer Kommandant im Konzentrationslager Dachau Theodor Eicke, der am 26. Juni 1933 seinen Vorgänger Hilmar Wäckerle ablöste, machte das Konzentrationslager Dachau zur „Schule der Gewalt“ (Hans-Günter Richardi). 

Hier entwickelte er das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager und schulte die Wachmannschaften im erbarmungslosen „Dachauer Geist“ (Rudolf Höß), der für die Gefangenen keine Gnade kannte. Eickes Forderung gipfelte in dem Satz: „Toleranz bedeutet Schwäche.“

Das Konzentrationslager Dachau galt in der SS als „Musterlager“ und wurde zum Modell für alle anderen Konzentrationslager, nachdem Eicke am 4. Juli 1934 zum „Inspekteur der Konzentrationslager und Führer der SS-Wachverbände“ ernannt wurde. Damit hatte er die Befehlsgewalt über alle Konzentrationslager erlangt.

Mit den Österreichern, die nach der Annexion ihrer Heimat am 13. März 1938 verhaftet worden waren, kamen die ersten ausländischen Häftlinge ins Konzentrationslager Dachau, wo inzwischen auch andere deutsche Häftlingsgruppen inhaftiert worden waren: Sinti und Roma, als arbeitsscheu diffamierte Fürsorgeempfänger, Bettler, Obdachlose, Homosexuelle und Ernste Bibelforscher (heute: Zeugen Jehovas).

Im Zuge des Pogroms gegen die jüdische Bevölkerung am 9./10. November 1938 wurden 10.911 Juden in das Lager eingewiesen. Ihnen folgten im März 1939 Häftlinge aus der Tschechoslowakei, und im Laufe des Zweiten Weltkrieges kamen Gefangene aus Polen, der Sowjetunion, den Niederlanden, Frankreich und aus weiteren Ländern Europas dazu. Viele überlebten nicht. Sie wurden Opfer des Terrors der SS, verhungerten, erfroren, verunglückten bei der Zwangsarbeit oder erlagen Krankheiten und Seuchen. Von den über 206.000 registrierten Häftlingen aus mehr als dreißig Nationen, die in den zwölf Jahren von 1933 bis 1945 durch das KZ Dachau gingen, starben mehr als 40.000. 

An die Toten des Konzentrationslagers Dachau erinnert heute die KZ-Gedenkstätte Dachau mit Museum, Archiv und Bibliothek, die am 9. Mai 1965 – zum zwanzigsten Jahrestag der Befreiung des Lagers durch amerikanische Soldaten am 29. April 1945 – als Lernort eröffnet wurde. Die Gedenkstätte Dachau untersteht dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht, Kultus und Wissenschaft.

 

 

Öffnungszeiten der KZ-Gedenkstätte Dachau

Alte Römerstraße 75
85221 Dachau

Täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.
24. Dezember geschlossen
Eintritt frei

Führungen für einzelne Personen:
www.kz-gedenkstaette-dachau.de

Führungen für Gruppen:
Tourist-Information Dachau
Tel. 08131 - 75287
E-Mail: infobuero@dachau.de

Die Stadt Dachau hat einen Zeitgeschichtsführer herausgegeben, erhältlich in der Tourist-Information oder hier zu bestellen.

Website: http://www.kz-gedenkstaette-dachau.de
E-Mail: info@kz-gedenkstaette-dachau.de

Verkehrsanbindung der KZ-Gedenkstätte Dachau


Bus 726 (Eingang KZ-Gedenkstätte Dachau)


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