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Kultur & Tourismus


Dachauer Stadtgeschichte

Am 15. August 805 schenkte die Edle Erchana aus dem alten Grafengeschlecht der Aribonen ihren gesamten Grundbesitz in "Dahauua" dem Bistum Freising.

Das Schenkungsdokument ist die erste Urkunde, in der Dachau erwähnt wird.

Dachau entstand an der Kreuzung eines weiten Sumpfgebietes im Süden ("Dachauer Moos") und bewaldeten Hügellandes im Norden.

Die günstige Lage an der Hauptstraße, die München mit Augsburg verband, brachte Dachau, das bereits im Jahre 1270 erstmals als Markt bezeichnet wird, nicht nur Vorrechte und Gewinn.

Auch Krieg, Elend und Krankheiten brachte der Handelsweg mit ein. Die schlimmste Zeit erlebte die Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg, als der Markt von den Schweden belagert und geplündert wurde.

 

Im 19. Jahrhundert entdeckten die Maler Dachau. Auf der Suche nach Motiven in der Natur fanden die Landschaftsmaler Gefallen an der reizvollen Moor- und Sumpflandschaft und nahmen in Dachau ihren Wohnsitz.

Schließlich bevölkerten den Markt so viele Künstler, dass in der Zeit um 1900, wie man sagte, jeder zehnte Passant, dem man auf den Straßen Dachaus begegnete, ein Maler war.

Die Namen berühmter Künstler sind bis heute mit der Stadt verbunden: Carl Spitzweg, Max Liebermann, Lovis Corinth, Ludwig Dill, Adolf Hölzel, Arthur Langhammer.

Dachau gewann - neben Worpswede - das Ansehen einer bedeutenden deutschen Malerkolonie.

Der Niedergang des Ortes kam mit dem Ersten Weltkrieg. Dachau verarmte, und bald zählte der Markt zu den Gemeinden mit der höchsten Arbeitslosigkeit.

Mit der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau 1933, das von Anfang an den Namen "Dachau" trug, legte sich ein Schatten über Dachau. Die einstmals angesehene Künstlerstadt wurde in aller Welt zum Inbegriff des menschenverachtenden Terrors des NS-Regimes.

Heute ist es oberste Maxime der Stadt Dachau, die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten und dem Vergessen entgegenzuwirken.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau mit Museum und Archiv, Gespräche mit Zeitzeugen und Überlebenden, Gedenkveranstaltungen, ein jährlich stattfindendes Zeitgeschichtssymposium, qualifizierte Führungen auf dem Gelände des ehemaligen Schutzhaftlagers und weitere sachbezogene Veranstaltungen, insbesondere auch für Jugendliche aus dem In- und Ausland, tragen dazu bei dieser wichtigen Herausforderung gerecht zu werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Dachau ein neues Zuhause.

Mit ihnen schnellte die Zahl der Einwohner in die Höhe, und in Dachau-Ost entstand ein neues Stadtviertel.

Inzwischen zählt Dachau, das am 15. November 1933 zur Stadt und am 1. Februar 1973 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde, mehr als 41.000 Einwohner.

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