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Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte

Das Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte hat sich als Forum des wissenschaftlichen Austauschs über die Geschichte des Nationalsozialismus etabliert – in der internationalen Zeitgeschichtsforschung ebenso wie in der interessierten Öffentlichkeit. Das Symposium, das die Stadt Dachau seit 2000 in Zusammenarbeit mit dem Max-Mannheimer-Studienzentrum / Internationalen Jugendgästehaus jährlich veranstaltet, trägt in besonderem Maße zur Bedeutung Dachaus als Lern- und Erinnerungsort bei.

Die Tagungsbeiträge werden in der Reihe „Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte“ veröffentlicht. Ziel der Reihe ist es, aktuelle Forschungen zur Geschichte und Nachgeschichte der NS-Zeit vorzustellen, zu diskutieren und darüber nachzudenken, wie und warum der Nationalsozialismus unsere Gegenwart nach wie vor berührt. Sowohl um Gegenwartsbezüge geht es als auch um die Einbindung aktueller „erinnerungskultureller“ Entwicklungen. Nicht ausschließlich Spezialistinnen und Spezialisten sollen sich zusammenfinden, sondern einer breiten interessierten Öffentlichkeit soll das Symposium ein Forum der Information und Diskussion bieten.

Die Tagungsbände des Symposiums erscheinen im Verlag Wallstein (Göttingen):

Wissenschaftliche Leiterin des Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte ist Prof. Dr. Sybille Steinbacher (Universität Frankfurt am Main, Direktorin Fritz Bauer Institut): 

Symposium 2026

Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten von 1945 bis heute

Ästhetik, Ikonografien, Funktionen, Kontroversen

16./17. Oktober 2026 | Max Mannheimer Haus

Seit ihrer Befreiung 1945 wurden in zahlreichen ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern
künstlerisch gestaltete Erinnerungszeichen geschaffen. Ehemalige Häftlinge waren die ersten, die Sammlungen von in den Lagern
entstandenen künstlerischen Artefakten anlegten und provisorische Denkmale errichteten, noch bevor die ersten Gedenkstätten entstanden. Stand am Beginn die Notwendigkeit, das Totengedenken durch eine würdige Gestaltung der Massengräber und die Schaffung von (jüdischen und christlichen) Grabdenkmalen zu ermöglichen, so stellte sich bald auch die Frage nach Formen und Sinngebungen von an die Lebenden gerichteten Denkmalen.

Heute existiert auf den ehemaligen Lagergeländen bzw. in den Gedenkstätten eine große Anzahl von skulpturalen bzw. architektonischen, teils monumentalen Erinnerungszeichen. Neben Denkmalen im engeren Sinne gehören dazu auch zahlreiche Kunstwerke und Installationen im Innenraum, persönliche Gedenktafeln, ephemere Interventionen wie künstlerische Workshops etc. In vielen Fällen war ihre Entstehung von heftigen Kontroversen über ästhetische und politische Fragen begleitet.

Das Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte hält mit Beiträgen aus Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Gedenkstättenpädagogik kritische Rückschau auf die 80-jährige Geschichte der Setzung von und des Umgangs mit künstlerisch gestalteten Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten.

Es laden herzlich ein:

  • Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
  • Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
  • Verena Krieger, Professorin für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Wissenschaftliche Leitung)
  • Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Professorin für Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Projektleitung)

Tagungsprogramm

 

Freitag, 16. Oktober

13.00 – 13.15 Uhr

Begrüßung:

  • Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
  • Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
  • Sybille Steinbacher, Projektleiterin der Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte
13.15-13.45 UhrEinführung
Verena Krieger (Jena)
Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten – ästhetisch-politische Problemstellungen und Konfliktlinien
13.45-16.00 Uhr

Im Kalten Krieg
Sarah Grandke (Heidelberg)
Vom heute vergessenen Kalten Krieg in Flossenbürg: Die nationalen Buntglasfenster in der Kapelle
Jesus im Kerker (1947 – 1955) 

Daniel Schuch (Jena)
Verteidigung der Schlichtheit: Ein verhindertes Denkmal in Bergen-Belsen und die Gestaltung des Gedenkorts im Kalten Krieg

Ulrike Löffler (Chemnitz)
Gedenken und Streiten. Erinnerungszeichen und Denkmalsdebatten in der bundesdeutschen Gedenkstättenarbeit
der 1980er Jahre

16.15-18.30 Uhr

Transformationen vor/nach 1990
Lea Furbach (Kassel)
Zwischen Tatort, Staatsnarrativ und dem Danach:
Die Gedenkstätte von Jasenovac als Grenzobjekt der
Erinnerung
Aliena Stürzer (Ravensbrück-Fürstenberg)
Verdichtete Erinnerung. Kunst, Nation und Geschlecht
in den Ländergedenkräumen im ehemaligen Zellenbau
Ravensbrück (1959 – 1984 – heute)
Victoria Engel (Köln)
Monumentalisierte Leerstelle. Zur Ästhetik des
Gedenkens in der Risiera di San Sabba

  
ab 19.00 UhrAbendessen und Gespräche

 

Samstag, 17. Oktober

8.30-10.00 Uhr

Häftlings-Ikonografien
Mareike Otters (Sachsenhausen / Siegen)
Antifaschistische Helden in Glas, Stein und Bronze. Visuelle Politiken in den Kunstwerken
der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte
Sachsenhausen
Ella Falldorf (Jena), Kobi Kabalek (Pennsylvania)
Haut und Knochen: Zur visuellen Repräsentation
von Häftlings-Körpern in KZ-Gedenkstätten

10.15-12.30 Uhr Aktuelle Herausforderungen
Alexandra Köhring, Franciska Thiele (Hamburg)
Beyond Borders? Künstlerische Gedenkzeichen und transnationales Gedenken in der KZ-Gedenkstätte
Neuengamme

Dirk Riedel (Dachau)
Vermächtnis – Leerstelle – Projektionsfläche. Der Umgang mit dem „Internationalen Mahnmal“ in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Christian Fuhrmeister (München)
Wie Erinnerungs- und Gedenkzeichen kuratieren? Herausforderungen und Lösungen in Dachau
12.30 Uhr Tagungsende mit dem Mittagessen

Weitere Informationen

Max Mannheimer Haus, Studienzentrum und Internationales Jugendgästehaus

Anmeldung

Bitte melden Sie sich über die Homepage des Max Mannheimer Studienzentrums an:

Kosten

Für Teilnahme mit Verpflegung und Übernachtung:
im Einzelzimmer EUR 100,– | im Doppelzimmer EUR 80,– | erm. EUR 55,–

Für Teilnahme mit Verpflegung ohne Übernachtung: EUR 55,– | erm. EUR 44,–

Ermäßigte Preise gelten für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Rentnerinnen und Rentner.

Besucher und Besucherinnen mit Wohnsitz in der Stadt Dachau bezahlen keine Teilnahmegebühr.
Bei Stornierungen nach dem 30.September 2026 erfolgt keine Rückzahlung.

Anfahrt

Günstige Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
➞ S 2 Bahnhof Dachau
➞ Bus 722 oder 726 von
Dachau-Bahnhofsvorplatz bis Haltestelle
J.F.-Kennedy-Platz
➞ dann kurzer Fußweg

Amt für Kultur, Tourismus und Zeitgeschichte

Abteilung 2.1 Kultur & Zeitgeschichte