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09.09.2021: Einbahnregelung in der Altstadt: Einjähriger Test beginnt am 01.10.2021
Blick auf Augsburger Straße zwischen Kirche St. Jakob und Altstadthäusern

Gemäß einem Beschluss im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrats wird in der Dachauer Altstadt probeweise eine Einbahnregelung eingeführt. Nach einem einjährigen Testlauf wird evaluiert, ob sich die neue Verkehrsführung bewährt hat oder nicht. Beginn der Testphase ist am 01. Oktober.

  • Die Einbahnregelung – erlaubte Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn – beginnt in der Konrad-Adenauer-Straße nach der Jocherstraße und endet in der Augsburger Straße vor der Zufahrt zur Volksbank Raiffeisenbank. Die Anfahrt von Norden (Brucker Straße bzw. Mittermayer Straße) bis zur Einfahrt zum Volksbank-Parkhaus ist damit nach wie vor möglich. Nicht gelten wird die Regelung für Radfahrer und die städtischen Busse. Diese dürfen die Augsburger Straße und die Konrad-Adenauer-Straße weiterhin auch gegen den Uhrzeigersinn befahren.

Mit der Einbahnstraße soll eine Verkehrsberuhigung erreicht und die Aufenthaltsqualität in der Altstadt erhöht werden. Insbesondere soll der Abkürzungsverkehr über die Augsburger Straße und den Karlsberg zur Münchner Straße unterbunden werden. Damit kann eine von der Dachauer Polizei bemängelte Gefahrenstelle wesentlich entschärft werden. Denn viele Pendler befahren in den Morgenstunden die Augsburger Straße, um regelwidrig in den Karlsberg abzubiegen. Gleichzeitig nutzen viele Kinder der Klosterschule den Bereich als Schulweg.

Um die Anwohner und Geschäftsleute der Altstadt in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen, richtete die Stadt sich vor der Entscheidung im Umwelt- und Verkehrsausschuss mit einem Fragebogen an diese. Das Ergebnis war relativ eindeutig: 59 % der 287 Teilnehmer sprachen sich für eine Einbahnregelung aus, 36 % lehnten sie ab, 5 % waren unentschieden. Des Weiteren wurde abgefragt, ob die Einbahnregelung ab der Jocherstraße oder erst weiter oben ab der Wieninger Straße oder dem Widerstandsplatz gelten soll. Hier votierten 49 % für die lange Variante ab knapp oberhalb der Jocherstraße, 28 % stimmten für einen Beginn ab dem Widerstandsplatz und 23 % für die Wieninger Straße. Enden sollte die Einbahnregelung in allen drei Varianten knapp oberhalb der Klosterstraße. In der Ausschusssitzung entschieden sich die Stadträtinnen und Stadträte dennoch für eine deutliche Ausdehnung der Regelung auf den gesamten Altstadtbereich bis zur Brucker Straße. Die Stadtverwaltung wird zum 1. Oktober die oben beschriebene längere Variante (ab Jocherstraße bis Zufahrt Volksbank Raiffeisenbank) umsetzen.

Während der Probephase von einem Jahr werden die städtischen Busse den Altstadtberg weiterhin in beide Richtungen befahren können. Die Busse der Ringlinie 720 werden also zunächst weiter wie gewohnt gegen den Uhrzeigersinn – und damit entgegen der Einbahnregelung – durch die Altstadt fahren. Die Stadtwerke Dachau wurden aber beauftragt, nach Möglichkeiten einer alternativen Linienführung zu suchen. Eine kurzfristige Umstellung ist aufgrund der jährlich festgelegten Fahrpläne nicht möglich. Eine Umstellung zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2021 ist nicht mehr möglich, da die Fahrpläne des MVV bereits ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt sind. Außerdem muss eine Linienänderung mit dem Dachauer Landratsamt abgestimmt werden, denn der Landkreis ist an der Finanzierung der Buslinien beteiligt. Eine neue Linienführung der Linie 720 wird es daher – wenn überhaupt – frühestens Ende des Jahres 2022 geben.

Ob dies überhaupt nötig ist, hängt vom Erfolg der Einbahnregelung ab. Denn ob die Einbahnstraßen bleibt, wird der Umwelt- und Verkehrsausschuss nach einer einjährigen Probephase entscheiden. Die Ergebnisse von Verkehrszählungen vor und nach der Einführung der Einbahnregelung sollen darüber Auskunft geben, ob sich die Maßnahme bewährt hat oder nicht. Auch die verkehrlichen Auswirkungen auf andere Straßen innerhalb und außerhalb der Altstadt werden analysiert.