Stolpersteine

Stolpersteine

Kopfsteinpflaster mit Stolperstein in Dachau mit Rose
Stolpersteine in Dachau, Foto: Stadt Dachau

Seit November 2005 sind in Dachau fünfzehn sogenannte "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig verlegt worden.

Die Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln aus Messing, die der Künstler zur Erinnerung an die verfolgten und ermordeten Opfer der NS-Zeit vor deren letzten selbstgewählten Wohnort in das Trottoir einlässt. Gedacht wird dabei aller Menschen, die unter dem nationalsozialistischen Regime leiden mussten: Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgter, religiös Verfolgter, Zeugen Jehovas, Homosexueller, geistig und/oder körperlich behinderten Menschen, Zwangsarbeiter und Desserteure.

In Dachau gibt es für dieses Projekt einen eigenen Arbeitskreis Stolpersteine der Stadt Dachau, der die Verlegung vorbereitet. Diesem gehören das Dachauer Forum, die Evangelische Versöhnungskirche und der Zeitgeschichtsreferent Richard Seidl an.

Lage der Stolpersteine im Dachauer Stadtgebiet

Hermann-Stockmann-Str. 10
Julius Kohn, Vera Neumeyer, Johann Neumeyer

Hermann-Stockmann-Str. 27
Alice Jaffe

Oskar-von-Miller-Str. 1
Melitta Wallach, Max Wallach

Benediktenwandstr. 3
Therese Wildmoser

Augustenfelder Str. 20
Alwine Dölfel

St.-Peter-Str. 2
Dr. Samuel Gilde

Münchner Str. 29
Johann Eisenmann

Wieningerstr. 10
Thomas Bleisteiner

Gottesackerstr. 5
Maria Linner

Friedenstr. 17
Anton Felber

Heimgartenstr. 14
Johann Pflügler

Schleißheimer Str. 149

Gunter Demnig:
"Um den Stein lesen zu können, muss man sich vor dem Opfer verbeugen"

Bleisteiner, Thomas

Stolperstein in Gedenken an Thomas Bleisteiner
Stolperstein Thomas Bleisteiner, Foto: Stadt Dachau

Der am 22. September 1908 unehelich geborene Thomas Bleisteiner wurde nach der Heirat der Mutter von seinem Stiefvater abgelehnt und misshandelt.

Früh musste er zum Familieneinkommen beitragen und wechselte aufgrund der wirtschaftlichen Lage in den 1920er Jahren und seiner psychischen Labilität oft den Arbeitsplatz. Im März 1933 wurde er verhaftet und im Amtsgerichtsgefängnis festgehalten.

Im Juni wurde er dann ins KZ Dachau eingewiesen, wo er bis Dezember 1933 blieb. Diebstahlsvorwürfe und Verlust des Arbeitsplatzes führten 1936 zum Aufenthalt in einem Arbeitshaus.

Auf Grund der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ wurde Thomas Bleisteiner 1938 ins KZ Buchenwald gebracht und von dort 1940 ins KZ Mauthausen deportiert. Durch die dort herrschenden unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Steinbruch verlor er nach wenigen Wochen sein Leben.

Er starb am 16. April 1940.

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Dr. Gilde, Samuel
Jaffe, Alice
Kohn, Julius
Linner, Maria
Neumeyer, Hans
Neumeyer, Vera
Pflügler, Johann

Pflügler, Johann

Stadtplan von Dachau mit Lage der Stolpersteine